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Das perfekte Markenlogo …

… lässt sich mit dem Fußzeh in den Sand malen.

So hat es der inzwischen leider verstorbene Grafikdesigner Kurt Weidemann gesagt. Er hat unter anderem die Firmenlogos von Mercedes-Benz und der Deutschen Bahn entworfen. Er spricht aus Erfahrung.
Doch was gibt es noch über gute Logos zu wissen?

Wenn man ein Logo ohne Probleme in den Sand malen kann – am besten ohne vorher nachschauen zu müssen, wie es denn nochmal aussah – hat es sich wirklich in den Köpfen der Menschen eingebrannt. Das wollen wir erreichen.

Einfache Formen sind begrenzt, deswegen wird es immer schwieriger, etwas Neues zu erfinden. Doch die folgenden Inspirationen könnten dir dabei helfen, Deines zu entwickeln.

Warum Weidemanns Weisheit heute wichtiger ist denn je

Was Kurt Weidemann nicht wusste: Heute ist es wichtiger denn je, dass ein Logo eine einfache Struktur hat und sich leicht von anderen unterscheiden lässt. Denn heute werden Dir ebendiese Symbole angezeigt wann immer Du auf Dein Smartphone schaust.
Push-Benachrichtigungen werden, schon bevor man sie liest, am Icon der App erkannt, von der sie stammen.
Der Nutzer soll auf seinen Bildschirm schauen und ohne darüber nachzudenken, automatisch wissen, welche seiner genutzten Marken ihm da etwas mitteilen will.

Du sagst, Du bist kein App-Entwickler?
Das tut nichts zur Sache.
Lufthansa und Ryanair sind es auch nicht. Trotzdem nutze ich ihre Apps für Flugtickets und Informationen wie Verspätungen und Gatewechsel. EMP ist ein Shop, bei dem ich hin und wieder Fanshirts bestelle. Auch diese App nutze ich auf dem Handy. Das Logo, auf das ich später noch eingehen werde, erkenne ich dabei sofort.

Dein Ziel sollte übrigens auch sein, dass die Person, die Dein Icon auf ihrem Bildschirm sieht, dabei ein positives Gefühl hat.
Verschicke also nicht nur trockene AGB-Änderungen und Mahnungen auf diesem Weg, sondern auch Benachrichtigungen, über die sich der User freut.

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Finde dein Logo mit Best Practices

Für die App kannst Du auch eine vereinfachte Form oder einen prägnanten Teil Deines Logos nutzen. Zum Beispiel den Anfangsbuchstaben in Deiner Typo, oder ein Symbol, das normalerweise nur zweitrangig neben dem Schriftzug zu sehen ist.

Wenn Du modern und professionell wirken möchtest, verwende nicht den Gegenstand, der am offensichtlichsten mit Deinem Angebot zu tun hat.
Es käme irgendwie einfallslos herüber, wenn Google eine Lupe nutzen würde. Außer es ist eine besonders gut designte, abstrakte Lupe. Ich benutze auch keinen Stift oder eine Schreibfeder als Logo. Auch kein @-Zeichen. Mit solchen Holzhammermethoden wirkst Du wie ein kleiner Handwerksbetrieb, dem Marketingstrategien nichts sagen.

Was gut funktioniert: Gibt es in Deinem Markennamen einen Buchstaben, den man gut hervorheben könnte? Meist ist dies der Anfangsbuchstabe, aber nicht immer. Bei Symmetrien eignet sich auch der in der Mitte ganz gut. Finde für diesen eine besondere Darstellungsweise. Ein gutes Beispiel ist Adobe. Oder natürlich McDonald’s.

Oder denke einmal um die Ecke. Das Hauptgeschäft von Eventim ist, Eintrittskarten zu verkaufen. Das Logo des Unternehmens ist jedoch kein klassisches altes Einreißticket, sondern ein Stern.
Vermutlich steht er für die „Stars“, die man Dank der Eintrittskarten sehen kann, für das Glitzern, das man im Auge hat, und für den Glamour der Branche.

Um nochmal auf den Versandhandel von EMP zurück zu kommen: Sie verwenden die „Pommesgabel“ oder „Teufelshörner“. Eine Geste, mit der sich Fans härterer Musikarten begrüßen. Gibt es in Deiner Zielgruppe ein Symbol, das als Erkennungsmerkmal genutzt wird? Mache es abstrakt und mache es zu Deinem Logo.

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Gib mir Tiernamen?!

Eine besonders beliebte Methode: Den Markennamen direkt in ein Logo verwandeln – aber dabei einen Namen und ein Symbol wählen, die an sich nichts mit dem Produkt zu tun haben. Beispiele gibt es hier wie Sand am Meer – in dem man dann seine Spuren hinterlassen kann: Apple und Windows, Shell, Crocs, Dove, Red Bull, (Pizza) Hut, (Taco) Bell, Puma, Jaguar … es fällt auf, dass hierbei Tiere sehr beliebt sind. In dieser Reihe findet sich auch mein eigenes Logo wieder. Kannst Du nach einem ähnlichen Muster etwas finden, das kein Tier ist?

Im Jahr 2020 vielleicht eine Überlegung wert: Lässt sich Dein Markenlogo mit einem Emoji darstellen? Auf den WWF mit seinem Panda trifft das zum Beispiel zu. Tinder kann mithilfe der Flamme dargestellt werden. Gehe die Emojis doch einmal durch und schaue, ob du hier eine Inspiration für Dein Icon findest.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis falls Du Dich selbst (zum Beispiel als YouTuber) vermarkten möchtest: Ein Logo ist zwar möglich, aber für eine Person, die sich selbst bewirbt, nicht unbedingt nötig. Im Gegenteil, es kann die Leute auch verwirren. Da sie eine persönliche Beziehung zu Dir als Mensch aufbauen sollen, solltest Du auch ein Bild von Dir als Profilbild verwenden.
Nutze klassische Icons dann, wenn Du ein Produkt oder eine Dienstleistung bewirbst. Das heißt, sobald Du als erfolgreicher YouTuber ein eigenes Produkt auf den Markt bringen kannst, entwickle dafür ein eigenes Logo. Nach den oben beschriebenen Regeln 😉


Foto 1: Dimhou, Pixabay
Foto 2: Anastasia Gepp, Pixabay

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